SCHLAF
🕰️ Zeitumstellung: Was dein Körper wirklich durchmacht
Dein Körper tickt nach einer inneren Uhr, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Dieser steuert nicht nur deinen Schlaf, sondern auch Hormonausschüttung, Körpertemperatur, Blutdruck und Verdauung.
Gestellt wird diese Uhr vor allem durch Tageslicht. Wenn wir die Uhren eine Stunde vorstellen, passt sich diese innere Uhr nicht sofort an.
Das Ergebnis ist ein Mini-Jetlag, der bei manchen Menschen Tage bis Wochen anhält. Besonders betroffen sind sogenannte „Eulen”, also Menschen, die von Natur aus spätere Schlaf- und Wachzeiten bevorzugen.
Daten von Fitnessarmbändern zeigen: Eulen brauchen deutlich länger, um sich an die Sommerzeit anzupassen als Frühaufsteher.
Laut einer repräsentativen DAK-Umfrage von Ende 2025 geben rund ein Drittel der Befragten an, nach der Zeitumstellung unter Beschwerden zu leiden.
Frauen sind mit 39% deutlich häufiger betroffen als Männer (24%). Die häufigsten Symptome sind Müdigkeit, Einschlafprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten.
Was neue Studien über die Risiken zeigen
Eine große Metaanalyse des Universitätsklinikums Köln, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt (Juli 2024), hat 12 Studien aus 10 Ländern ausgewertet.
Sie kam zu dem Ergebnis, dass in der Woche nach der Frühjahrsumstellung das Herzinfarktrisiko nachweisbar ansteigt. Im Herbst hingegen, wenn wir eine Stunde „gewinnen”, konnte kein erhöhtes Risiko festgestellt werden.
Die plausibelste Erklärung ist der akute Schlafentzug und die abrupte Störung biologischer Rhythmen.
Die Zeitumstellung wurde bereits in etlichen Studien untersucht. Letztendlich hat sie sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit, wobei die negativen Effekte rund um die Umstellungstage insgesamt dominieren.
Und die Abschaffung?
Die EU hat 2019 beschlossen, die Umstellung abzuschaffen. Passiert ist bislang nichts. Das Thema ist aktuell auf der Agenda, aber eine Einigung der 27 Mitgliedsstaaten ist nicht in Sicht.
Die Zeitumstellung bleibt uns also wohl vorerst erhalten.