Diesen Wert solltest du kennen #133


Dieser Blutwert kann dir oft früher Hinweise auf deine Gesundheit geben, als du vielleicht denkst: die Nüchternglukose.

Sie zeigt, wie gut dein Körper Zucker verarbeitet und ob dein Stoffwechsel noch im Gleichgewicht ist.

In dieser Ausgabe schauen wir uns an, warum dieser Wert so spannend ist und was du selbst tun kannst, um ihn günstig zu beeinflussen.

Annika

In dieser Ausgabe:

👩‍⚕️ Miss deinen Nüchterinsulin-Wert

🏃‍➡️ Training für deine Arterien

📰 Fundstücke der Woche

ALLGEMEINE GESUNDHEIT

👩‍⚕️ Miss deinen Nüchterninsulin-Wert

Insulin ist ein Hormon, über das viele kaum nachdenken. Dabei ist es für deinen Stoffwechsel sehr wichtig.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Seine Aufgabe: Es hilft dabei, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen.

Nach einer Mahlzeit werden vor allem Kohlenhydrate in Glukose umgewandelt. Glukose ist der wichtigste Treibstoff für deinen Körper. Daraus entsteht Energie.

Auch Fett kann Energie liefern. Dann entstehen sogenannte Ketonkörper. Das passiert aber meist nur dann, wenn kaum Glukose verfügbar ist, zum Beispiel bei sehr wenigen Kohlenhydraten.

Damit Glukose genutzt werden kann, muss sie in die Zellen gelangen. Genauer gesagt: in die kleinen Kraftwerke deiner Zellen, die Mitochondrien. Dort wird sie in Energie umgewandelt. Dafür braucht dein Körper Insulin.

Du kannst dir Insulin wie einen Schlüssel vorstellen. Es öffnet die Tür zur Zelle, damit Glukose hinein kann.

Das Problem beginnt, wenn dein Körper ständig mehr Glukose angeboten bekommt, als er braucht. Dann reagieren die Zellen immer schlechter auf Insulin. Die Tür geht also nicht mehr so leicht auf. Der Körper versucht das auszugleichen und produziert noch mehr Insulin.

So können die Insulinwerte dauerhaft steigen. Fachleute sprechen dann von Insulinresistenz. Das bedeutet: Die Zellen reagieren nicht mehr richtig auf Insulin. Genau das ist ein zentraler Treiber von Typ-2-Diabetes.

Ein sinnvoller Marker ist deshalb das Nüchterninsulin. Dieser Wert zeigt, wie viel Insulin sich nach mindestens 8 Stunden ohne Essen im Blut befindet. So lässt sich besser einschätzen, wie stark dein Körper auch ohne aktuelle Mahlzeit belastet ist.

Der Wert wird meist in µIU/mL gemessen, also Mikro-Internationalen Einheiten pro Milliliter.

Als grobe Orientierung gelten oft diese Bereiche:

Normal: etwa 2 bis 20 µIU/mL

Optimal: etwa 2 bis 10 µIU/mL

Zu hohe Werte können ein frühes Warnsignal sein. Sie stehen mit einem erhöhten Risiko für Prädiabetes, Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle in Verbindung.

Wenn dein Wert erhöht ist, kannst du im Alltag direkt an ein paar Hebeln ansetzen:

  1. Trinke weniger zuckerhaltige Getränke
    Limonaden, Sportgetränke und Fruchtsäfte liefern oft viel Zucker in flüssiger Form. Das belastet deinen Stoffwechsel schnell.
  2. Reduziere "leere" Kohlenhydrate
    Weißbrot, Pasta, Müsli oder Ähnliches lassen den Blutzucker oft rasch ansteigen. Das kann die Insulinproduktion stark antreiben.
  3. Trainiere deine Muskeln
    Krafttraining hilft deinem Körper, Glukose besser zu speichern und zu nutzen. Muskeln wirken wie ein großer Speicher für Zucker. Das kann helfen, den Insulinspiegel zu entlasten.

Ein einzelner Laborwert ersetzt keine ärztliche Diagnose. Aber er kann dir früh zeigen, ob dein Stoffwechsel bereits stärker unter Druck steht.

SPORT

🏃‍➡️ Training für deine Arterien

Wir haben schon öfter über HIIT geschrieben. (HIIT steht für hochintensives Intervalltraining. Du wechselst dabei zwischen kurzen, sehr intensiven Belastungen und kurzen Erholungsphasen.)

Meist ging es dabei um Fettverbrennung, Fitness und Leistungssteigerung. Jetzt kommt noch ein weiterer spannender Effekt dazu: HIIT kann offenbar auch die Gesundheit deiner Arterien verbessern.

Genau das zeigt eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2022. Darin verbesserte HIIT die sogenannte flussvermittelte Dilatation stärker als klassisches moderates Ausdauertraining.

Dieser Wert zeigt, wie gut sich deine Gefäße erweitern können. Er gilt als wichtiger Marker für die Gesundheit deiner Arterien.

Warum wirkt HIIT hier so stark? Der Grund liegt wahrscheinlich in der Belastung selbst. Wenn du dich kurz und intensiv anstrengst, fließt dein Blut mit deutlich mehr Druck und Geschwindigkeit durch die Gefäße.

Dieser Reiz wirkt auf die Gefäßwand ähnlich wie ein Trainingsreiz auf den Muskel: Der Körper passt sich an.

Vereinfacht gesagt: Nicht nur deine Beine, dein Herz und deine Lunge reagieren auf intensives Training. Auch deine Arterien tun es.

Das ist wichtig, denn dein Herz-Kreislauf-System ist mehr als nur eine Pumpe mit Schläuchen. Es ist ein aktives System, das auf Reize reagiert. Und auf intensive Reize reagiert es oft besonders deutlich.

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