Warum Willenskraft überbewertet ist (und was wirklich hilft) #122


Wir wünschen dir ein frohes und gesundes Jahr 2026. 🎉

Der Jahreswechsel ist für die meisten Menschen immer wieder Anlass, sich gute Vorsätze zu fassen und Veränderung ins Leben zu bringen.

Kein Wunder, denn zu dieser Zeit haben wir meist mehr Raum für Reflexion und besinnen uns darauf, was uns wirklich wichtig ist.

Die meisten guten Vorsätze scheitern statistisch gesehen aber leider. Daher wollen wir dir in dieser Ausgabe unter anderem mit auf den Weg geben, wie du das verhindern kannst.

Viel Spaß beim lesen.

Christoph

In dieser Ausgabe:

🤓 Design schlägt Disziplin: So rettest du deine Vorsätze für 2026

In eigener Sache: Die Zukunft von Destilliertes Wissen

🥬 Mein Vorsatz für 2026: Mehr Kultur (auf dem Teller)

📰 Fundstücke der Woche

GEWOHNHEITEN

🤓 Design schlägt Disziplin: So rettest du deine Vorsätze für 2026

Heute ist der 3. Januar 2026. Oft ist das genau der Moment, in dem die euphorische Motivation von Silvester auf die harte Realität des Alltags trifft.

Vielleicht merkst du schon jetzt, wie der innere Schweinehund leise anklopft: „Heute ist es zu stressig für Sport“ oder „Nur noch heute das ungesunde Essen, ab morgen dann richtig.“

Wenn du gerade strauchelst, liegt es nicht daran, dass du schwach bist. Es liegt daran, dass du dich auf das falsche Werkzeug verlässt: deine Willenskraft.

Die Wissenschaft der Verhaltenspsychologie zeigt uns immer wieder: Motivation ist ein Gefühl und Gefühle sind flüchtig. Deine Umgebung hingegen ist konstant.

Hier ist der Plan, wie du deine Vorsätze an diesem Wochenende "sicher" machst, basierend auf dem Prinzip: Design schlägt Disziplin.

Dein Gehirn ist ein Energiesparmodell

Unser Gehirn hat eine evolutionäre Hauptaufgabe: Energie sparen. Jede bewusste Entscheidung, ob wir joggen gehen oder Gemüse schneiden, kostet kognitive Bandbreite.

Wenn wir uns nur auf Disziplin verlassen, kämpfen wir gegen die Standardeinstellung unseres Gehirns an.

In einer Welt, die uns ständig mit Reizen überflutet, gewinnt fast immer der Weg des geringsten Widerstands.

  • Ist das Handy griffbereit, scrollen wir.
  • Sind die Laufschuhe im Schrank vergraben, bleiben wir auf der Couch.

Wir scheitern nicht an unseren Zielen, sondern an den Hürden, die wir uns selbst in den Weg stellen.

Das 3-Schritte-System

Statt dich heute zu fragen: „Wie kann ich mich mehr motivieren?“, frage dich: „Wie kann ich meine Umgebung so gestalten, dass ich gar keine Motivation brauche?“

Hier ist ein Framework, das du für 2026 adaptieren kannst:

1. Designe deine Umgebung (nicht deinen Willen)

Schau dich in deiner Wohnung um. Deine Umgebung ist der stumme Entscheider über deine Gesundheit. Das Gehirn interpretiert physische Distanz oft als psychologische Hürde.

  • Negatives erschweren
    Wenn du weniger am Handy sein willst, darf es nachts nicht neben dem Bett liegen (nutze einen analogen Wecker).
  • Positives sichtbar machen
    Wenn du morgens dehnen willst, muss die Matte schon abends ausgerollt da liegen. Nicht im Schrank, sondern mitten im Weg.

2. Optimiere die ersten 30 Sekunden

Die meisten Gewohnheiten scheitern nicht während der Ausführung, sondern in den Sekunden davor. Die Hürde ist der Start.

  • Die Regel
    Gestalte den Start so einfach, dass er fast automatisch passiert.
  • Beispiel
    Du willst Zahnseide nutzen? Leg den Stick direkt auf die Zahnbürste. Du willst Vitamine nehmen? Stell sie neben die Kaffeemaschine. Wenn der Start keine Entscheidung erfordert, hat die Gewohnheit eine Chance.

3. Eliminiere Entscheidungen

Vielfalt ist der Feind der Konsistenz. Wenn du dich jeden Tag neu fragen musst, wann du trainierst oder was du Gesundes kochst, wirst du an stressigen Tagen scheitern.

  • Gesundheit profitiert von langweiliger Wiederholung.
  • Versuche, Entscheidungen zu automatisieren: Gleiches gesundes Frühstück an jedem Wochentag. Feste Zeitfenster für Bewegung.

Warum das für Longevity so wichtig ist

Warum reiten wir so auf diesem Thema herum? Weil Longevity nicht durch heldenhafte Aktionen entsteht. Es entsteht durch das, was an ganz normalen, grauen Dienstagen passiert.

Die Folgen schlechter Gewohnheiten (z.B. steigender Blutzucker, sinkende Mobilität, Verlust an Muskelmasse) sind oft jahrelang unsichtbar. Wir spüren sie nicht, bis es zu spät ist.

Eine smarte Umgebung sorgt dafür, dass Gesundheit im Hintergrund passiert, auch wenn du mal keine Energie für Willenskraft hast.

IN EIGENER SACHE

Die Zukunft von Destilliertes Wissen

Seit 122 Wochen teilen Annika und ich jeden Samstag unsere Erkenntnisse zum Thema Longevity mit dir. Wir lieben dieses Projekt, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen.

Wir stecken sehr viel Zeit in Recherche und das Schreiben der Newsletter. Zusätzlich stecken wir jeden Monat Geld in das Projekt, da der Betrieb des Newsletters teurer ist als die paar Euro Werbeeinnahmen die wir generieren.

Wir wollen den kostenlosen Samstags Newsletter unbedingt in der gewohnten Qualität weiterführen.

Aber um die Qualität der Recherche hochzuhalten und tiefer in die Wissenschaft einzutauchen, planen wir einen nächsten Schritt: Destilliertes Wissen Premium.

Keine Sorge, der kostenlose Samstags Newsletter wie du ihn kennst wird auf jeden Fall weiter bestehen.

Was wir vorhaben: Wir wollen keinen "Spam", sondern echte Tiefe. Premium-Mitglieder sollen für ca. 6–7 € im Monat exklusive Inhalte erhalten, wie zum Beispiel:

  • Deep Dives: Wir nehmen komplexe Themen (z.B. Supplemente oder Blutwerte) auseinander und bewerten sie für dich (Was ist gesichert, was ist Spekulation?).
  • Q&A-Sessions: Wir beantworten deine konkreten Fragen in Sonderausgaben.
  • Praxis-Guides: Checklisten und Protokolle, die wir selbst für unseren gesunden Alltag nutzen.

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ERNÄHRUNG

🥬 Mein Vorsatz für 2026: Mehr Kultur (auf dem Teller)

Ende letzten Jahres haben Annika und ich damit begonnen, unsere Küche in ein kleines Labor zu verwandeln. Kombucha blubbert vor sich hin und die ersten Gläser Kimchi gären im Schrank.

Einer unserer Vorsätze für 2026 lautet nämlich: Mehr selbst fermentierte Lebensmittel konsumieren.

Warum? Weil es nicht nur Spaß macht, sondern weil unser Darm (und damit unser gesamter Körper) diese "lebendige" Nahrung liebt.

Passend dazu habe ich diese Woche eine neue klinische Studie entdeckt, die genau das unterstreicht.

Forscher haben untersucht, wie sich der regelmäßige Konsum von Kimchi auf den Körper auswirkt. Die Ergebnisse deuten auf zwei spannende Effekte hin:

  1. Stärkeres Immunsystem
    Die Probanden, die Kimchi aßen, zeigten eine höhere Aktivität bei bestimmten Immunzellen. Das sind genau die Zellen, die dafür zuständig sind, Bakterien und Viren aufzuspüren und Alarm zu schlagen.
  2. Entzündungsregulation
    Es gab Hinweise auf eine ausgewogenere Entzündungsreaktion im Körper.

Ernährungsstudien sind oft komplex und individuell. Diese Ergebnisse sind vielversprechend und decken sich mit dem, was wir allgemein über die Vorteile fermentierter Nahrung für das Mikrobiom wissen.

Es ist jedoch kein "Wundermittel", das Krankheiten garantiert verhindert, sondern ein Baustein von vielen für ein resilientes System.

Praxistipp

Du musst Kimchi nicht pur löffeln. Es ist ein perfekter "Side-Kick" für Gerichte, die du eh schon isst:

  • Zum Rührei (mein Favorit am Morgen)
  • Als Topping auf einer Bowl oder Avocado-Toast
  • Einfach als kleine Beilage zu Reisgerichten

Falls du also noch einen gesunden Vorsatz suchst: Trau dich an die Fermentation. Dein Immunsystem könnte es dir danken.

FUNDSTÜCKE DER WOCHE

Vorbeugen statt Heilen: dein stärkster Schutz vor Krankheiten (🇩🇪; 8 min 📖)

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Perfekt für alle, die ihre Gesundheit aktiv selbst in die Hand nehmen wollen.

Das gesündeste Lebensmittel der Welt (🇩🇪; 4 min 📖)

Ein unscheinbares, heimisches Kraut führt die Liste der gesündesten Lebensmittel unter allen Gemüse- und Obstsorten der Welt an, so eine US-Studie. Das Traurige: Viel zu wenige Menschen essen es.

Was ein schnelles Gehtempo über dich aussagt (🇩🇪; 4 min 📖)

Dein Schritt-Tempo verrät mehr über deine Persönlichkeit und Stressresilienz, als du vielleicht denkst. Der Artikel zeigt, wie unser Gang mit innerer Einstellung, Energielevel und mentalem Zustand zusammenhängt.

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